RSC-Transalp-2006

13 Juli 2006

5. Etappe: Bormio - Madonna di Campiglio

(Untertitel: Abenteuer und Monotonie)

Gestern Abend hat Jörg uns für die heutige Etappe noch Sonne und 33 Grad versprochen. Dies schien sich auch am frühen Morgen beim Start um 9:00 Uhr in Bormio auch noch zu bewahrheiten, obwohl schon einige Wolken am Himmel zu sehen waren. Nachdem wir uns dann sofort nach dem Start in den ersten Anstieg zum Passo Gavia machten, war es zwar noch warm, aber die Wolken zogen immer mehr zu und es zeichnete sich immer mehr ab, dass wir nicht trocken nach Madonna di Campiglio kommen würden. Trotz aller Befürchtungen (Jörg hatte den Anstieg zum Passo Gavia nicht gerade rosig beschrieben) erreichten alle die Passhöhe und alle waren überrascht, wie gut sie diese Herausforderung gemeistert hatten. Es war sicherlich von Vorteil, dass es nicht ganz so heiß war wie angekündigt und dass vor allem die schwerste Aufgabe des Tages gleich zu Beginn kam und nicht erst nach 80 km Anfahrt und zwei Pässen.

Nach einer ausgiebigen Frühstückspause auf dem Gavia mummelten sich alle dick und warm ein, denn jetzt sollte es den Passo Gavia in Richtung Passo Tonale wieder hinuntergehen. Die Abfahrt war schon ein klein wenig abenteuerlich: die Strasse war so eng, dass teilweise nur ein Auto Platz hatte, die Straße hatte viele Schlaglöcher und sie war durch Sand und Splitt stark verschmutzt, das Gefälle war teilweise auch erheblich und es gab einen längeren unbeleuchteten Tunnel. Dem Splitt sind dann auch zwei Hinterräder zum Opfer gefallen, den Tunnel durchfuhren wir im Verband eskortiert von den beiden Fahrzeugen. Aber obwohl die Autos mit Licht fuhren, sah man die Hand vor Augen nicht, geschweige denn die Strasse oder seinen Vordermann/-frau. Zum Glück sind aber alle ohne Sturz durch den Tunnel gekommen und konnten die Abfahrt fortsetzen, die dann in der zweiten Hälfte von der Straße her wesentlich besser wurde.

Bevor es in den Passo Tonale ging trafen wir uns alle noch einmal, um uns der warmen Klamotten zu entledigen. Stefan nutzte die Gelegenheit und pumpte sein Hinterrad wieder auf 8 bar auf, da u.a. ihm in der Gavia-Abfahrt der Schlauch des Hinterrades geplatzt war. Dann klönten wir noch einen kurzen Moment und wollten gerade losfahren, als ein lautes Pfffff zu hören war: Stefans Hinterrad war wieder platt! Er tauschte Mantel und Schlauch und pumpte emsig bis es laut knallte. Der nächste Schlauch war hin. Erst der nächste Anlauf war von Erfolg gekrönt und wir konnten den Passo Tonale in Angriff nehmen. Diese Auffahrt war relativ unspektakulär und nach einer langen Abfahrt trafen sich alle zur zweiten großen Vesperpause, bevor es zum letzen Anstieg ging.

Zum Passo Campo Carlo Magno fuhren wir wieder im Verband, was zum wiederholten Male scheiterte, denn die vorderen fuhren zu schnell oder die hinteren zu langsam, jedenfalls kamen wir nicht wie gewünscht geschlossen am Pass an. Auch eine vereinbarte Espressopause wurde fast zur Farce. Einige wollten weiterfahren andere wollten ihren Milchkaffee oder ihren Espresso. Letztendlich tranken einige ihren Kaffee und andere schauten zu. Die Auffahrt zum Passo Campo Carlo Magno wurde dann wieder von kleineren Regenschauern begleitet. Die Gruppe an sich, teilte sich dann wieder wie an fast allen vorangegangen Pässen in die gleiche Grüppchen, die dann gemeinsam den Pass hochfuhren. Einige ganz Schnelle fahren dann meist noch allein vorne weg und die langsamsten fahren meist alleine hinter allen anderen her.

Insgesamt fanden fast alle diese fünfte Etappe sehr schön und fast alle waren stolz und erleichtert, heil und gesund und auf zwei Rädern in Madonna di Campiglio angekommen zu sein. Morgen wartet dann ja nur noch die Tour d’Honneur nach Riva del Garda.

Bis Morgen

Jörg